Patientenfragen


?Was ist ein Implantat?
Ein Zahnimplantat ist eine kleine Schraube aus Titan, die in den zahnlosen Kieferknochen fest eingesetzt wird. Gegenüber früher verwendeten Blatt oder Scheiben- Implantaten (sog. Disk-Implantate) werden heute wegen derer hoher Misserfolgsrate nur noch Titanschrauben verwendet.

In allen zahnmedizinischen Universitäten, ebenso in internationalen Fachkliniken, wird diese Implantatform als weitaus beste Methode angesehen und verwendet. Das Implantat trägt einen künstlichen Zahnstumpf, auf dem wiederum eine Zahnkrone befestigt wird.
?Wie nimmt der Körper ein Implantat an und wie lange hält es?
Einige Wochen nach dem Einsetzen der Implantatschraube beginnen die Knochenzellen des Kiefers auf der Oberfläche des Titans fest anzuwachsen. Diese feste Verbindung zwischen Implantat und Knochen (sog. Osseointegration) wird mit den Jahren immer dichter und hält bei guter Mundgesundheit das ganze Leben lang. Die Beschaffenheit des Kieferknochens ist entscheidend für die Dauer der Phase der Einheilung. In günstigen Fällen ist es mit einer neu entwickelten Methode möglich, dass der Patient noch am Tage der Operation mit seinen neuen Zähnen essen, sprechen und lachen kann. Wenn der Knochen nicht fest genug ist oder wenn zusätzliche chirurgische Knochenaufbaumaßnahmen nötig sind, kann eine Fertigstellung bis zu einem Jahr dauern.
?Wie sehen Implantatversorgungen aus? Was gibt es für Alternativen?
Wenn ein einzelner Zahn fehlt:

Der Verlust eines Einzelzahnes stellt insbesondere im jugendlichen Alter eine schwerwiegende Komplikation dar, da man mit der konventionellen Brückentechnik oft gezwungen ist, die unter Umständen völlig gesunden Nachbarzähne abzuschleifen, um auf die Stümpfe der Nachbarzähne eine so genannte „dreigliedrige Brücke” aufzuzementieren.
Wesentlich besser schließt man eine solche Lücke mit einem Zahnimplantat. Anstelle des fehlenden oder zerstörten Zahnes wird eine Implantatschraube in den Knochen eingebracht, wobei die beiden Nachbarzähne unberührt bleiben. Ein wesentliches Element beim Frontzahnimplantat ist ein individuell hergestelltes Zwischenstück (engl. Abutment) aus Zirkon, auf dem eine Vollkeramikkrone befestigt wird. Das ermöglicht ein sehr natürliches Ergebnis und optimale Ästhetik.

Wenn mehrere Zähne einer ganzen Seite fehlen:

Nicht selten findet sich auf einer Seite eines Kiefers eine so genannte Freiendsituation. Davon spricht man, wenn seitlich Zähne fehlen und keiner der hinteren Backenzähne mehr für eine Brücke zur Verfügung steht. In dieser Situation kann man ohne Implantate die fehlenden Zähne nur mit einer herausnehmbaren Prothese ersetzen. Diese Konstruktion stützt sich im zahnlosen Bereich auf dem Zahnfleisch des Kieferkamms ab. Gehalten wird die Prothese über Klammern an den verbliebenen Zähnen oder über Verbindungselemente an überkronten Zähnen. Auch wenn nur auf einer Seite Zähne fehlen, muss die Prothese über den ganzen Kiefer abgestützt sein. Dazu muss in allen Fällen ein Verbindungsbügel am Gaumen oder unter der Zunge vom Patienten toleriert werden. Die Prothese muss täglich mehrfach vom Patienten herausgenommen, gereinigt und wieder eingesetzt werden. Das führt auf Dauer immer zu einer Lockerung der Klammern oder der Verbindungselemente. Weitere gravierende Nachteile sind die Überlastung der Restbezahnung und der langsam fortschreitende Knochenschwund des zahnlosen Kieferanteils, der in der Nachsorge immer wieder Unterfütterungen nach sich zieht. Implantate bieten in dieser Situation dem Patienten eine Vielzahl von Vorteilen. Bei keiner anderen Indikation ist der Unterschied zwischen einer fest sitzenden Implantatlösung und der herausnehmbaren Teilprothese bezüglich des Komforts und damit der Lebensqualität für den Patienten größer. Unter Umständen muss keineswegs pro fehlendem Zahn ein Implantat gesetzt werden. Wie bei natürlichen Zähnen können in vielen Fällen mehrere Implantate mit Brücken verbunden werden. Wegen der minimalen Beweglichkeit jedes natürlichen Zahnes, sollten Implantate nicht mit Zähnen in einem festen Brückenverbund verbunden werden.
Anders sieht das aus, wenn eine vorhandene Prothese unzureichend von wenigen eigenen Zähnen gehalten wird. Durch das Setzen von manchmal nur zwei Implantaten als zusätzliche Pfeiler kann der Tragekomfort solcher Prothesen deutlich erhöht werden.

Wenn alle Zähne in einem Kiefer fehlen:

Bei völliger Zahnlosigkeit besteht bei vielen unserer Patienten der Wunsch, keine herausnehmbare Totalprothese mehr tragen zu müssen. Im Oberkiefer reichen 6 bis 8 Implantate über den Kieferbogen verteilt aus, um einen Prothesenträger mit festen Zähnen zu versorgen. Im Unterkiefer ist der Kieferknochen stabiler, deshalb benötigt man nur 4 bis 6 Implantate für eine feste Versorgung. Abhängig von den anatomischen Verhältnissen, gibt es verschiedene zahntechnische Lösungen. Wenn der Kieferkamm noch gut erhalten ist, können Keramikbrücken fest zementiert werden. Dem Patientenwunsch nach natürlichen, festen neuen Zähnen kommt diese Versorgungsform am nächsten. Häufig ist der Kiefer aber schon stark zurückgebildet. In diesen Fällen müssen nicht nur Zähne, sondern auch Zahnfleisch und die fehlende Anteile des Kieferkamms prothetisch ersetzt werden.
In der Regel werden dann so genannte Teleskopprothesen konstruiert. Es handelt sich dabei um eine Zahnprothese, die von den Implantaten gehalten und abgestützt ist, aber vom Patienten abgenommen werden kann. Diese Prothesen sind wesentlich kleiner dimensioniert als die normale Prothese ohne Implantate, kommen ohne Gaumenabdeckung aus und sitzen zuverlässig fest. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ist der Tragekomfort sehr angenehm. Durch die Möglichkeit, auch künstliches Zahnfleisch prothetisch zu ersetzen, sind diese implantatgetragenen Teleskopprothesen ästhetisch sehr ansprechend.
?Wann kann man keine Implantate einsetzen?
Der häufigste Grund, nicht implantieren zu können, ist ein zu geringes Knochenangebot. Es gibt heute chirurgische Möglichkeiten zum Aufbau des Kieferknochens, jedoch sind diesen Techniken bei extremem Knochenschwund (Atrophie) Grenzen gesetzt. Nach einer ausführlichen Diagnostik und dreidimensionalen digitalen Volumen Tomographie (DVT) des Kieferknochens muss man hier von Fall zu Fall entscheiden. Oft kann man mit mehreren kurzen Implantaten noch genügend Stabilität erzielen. Knochenschwund kann Folge einer lang bestehenden Parodontitis sein. Hier ist es sinnvoll, frühzeitig zu entscheiden, ob die Zähne besser entfernt und durch Implantate ersetzt werden sollten.

Wenn man wartet, bis die Zähne von selbst herausfallen, ist der Knochendefekt meist sehr groß. Eine andere Ursache für Knochenschwund ist die lang andauernde Zahnlosigkeit. Ohne funktionelle Belastung durch Zähne oder Implantate bildet sich der Knochen zurück, ähnlich wie ein Muskel, der nicht mehr bewegt wird. Schlecht sitzende Prothesen beschleunigen den Knochenabbau zusätzlich. Auch hier gilt: Frühzeitige Entscheidung zur Implantation beugt der Atrophie vor.

Es gibt nur wenige, schwere Allgemeinerkrankungen, die eine Zahnimplantation verbieten. Im Einzelfall muss zusammen mit dem entsprechenden Facharzt eine Entscheidung getroffen werden. Patienten mit Diabetes, Osteoporose und Herzerkrankungen, Patienten nach Tumoroperationen und Patienten die Medikamente gegen die Blutgerinnung nehmen, sind heutzutage unter fachärztlicher Kontrolle meist ohne Probleme mit Implantaten zu versorgen.
?Verträgt jeder Mensch Implantate? Gibt es Nebenwirkungen, Risiken, Abstoßungen?
Allergien oder Unverträglichkeiten gegen Implantate aus Titan sind nicht bekannt. Abstoßungsreaktionen als Fremdkörperreaktion und Nebenwirkungen wurden noch nie beobachtet. Wie bei jedem chirurgischen Eingriff gibt es aber Risiken und typische Komplikationen. Im Unterkieferknochen verläuft im Bereich der Seitenzähne ein wichtiger Nerv. Eine Beschädigung dieses Nervs durch die Operation kann zu permanenter Sensibilitätsbeinträchtigung führen (Taubheitsgefühl).
Noch seltener sind starke Blutungen. Durch optimale Röntgendiagnostik und OP-Planung mit speziellen Bohrschablonen sind diese Risiken jedoch fast ausgeschlossen. Die häufigste Komplikation ist eine postoperative Schwellung und ein Hämatom („blauer Fleck“). Dies hat jedoch keinen Einfluss auf den Erfolg der Implantation.
?Wann kann es zu Misserfolgen kommen, was kann passieren?
Durch Bakterien in der Mundhöhle kann es zu selten auftretenden postoperativen Infektionen kommen. In Verbindung mit größeren Knochenaufbaumaßnahmen ist das Risiko erhöht. In diesen Fällen muss das Implantat wieder entfernt werden.

Außerdem gefährden beispielsweise starke Raucher den Langzeiterfolg. In seltenen Fällen verbindet sich während der Einheilphase die Titanwurzel nicht mit dem Knochen. Das kann z. B. passieren, wenn das Implantat von Anfang an durch Zungendruck ständig leicht bewegt wird. In ebenfalls sehr seltenen Fällen hält das Implantat der ersten Belastungsphase nicht stand.

Geht ein Implantat verloren – aus welchen Gründen auch immer – lässt es sich jedoch an derselben Stelle ersetzen.
?Wie läuft das ganze Verfahren ab?
Zusätzlich zur ersten Befundaufnahme werden Kieferabdrücke, eine Übersichtsröntgenaufnahme und Fotos gemacht. Im zahntechnischen Labor wird eine Planungsschablone hergestellt, die auf dem Modell die möglichen Implantatpositionen simuliert. Beim zweiten Termin wird der Patient mit dieser Schablone mittels eines Volumentomographen oder Computer- Tomographie (CT) gescannt.

Mit diesen Aufnahmen (Schichtaufnahmen) wird das Knochenvolumen, die geplante Implantatposition und das Ausmaß eventueller Knochenaufbaumaßnahmen bestimmt. Erst dann kann ein definitiver Kostenvoranschlag erstellt werden.
?Was kostet ein Implantat? Was erstattet die Krankenversicherung?
Eine konkrete und in jedem Fall verbindliche Aussage kann erst nach einer genauen Befundaufnahme, Diagnostik und einer präzisen Planung getroffen werden.

Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten den Versicherten einen genau festgelegten Zuschuss zur jeweiligen Gebisssituation.

Die privaten Krankenkassen erstatten je nach Versicherungstarif einen prozentualen Anteil an den tatsächlichen Gesamtkosten. Egal, ob gesetzlich oder privat versichert: Ein Kostenvoranschlag ist immer zwingend vorgeschrieben. Eine hundertprozentige Erstattung gibt es in keinem Fall.
?Gibt es eine Garantie? Wie hoch ist der Aufwand der Nachsorge?
Wir gewähren eine 5-Jahres-Vollgarantie auf Implantate, die in unserer Praxis gesetzt wurden. Voraussetzung für die Garantie ist der Nachweis einer mindestens halbjährlich durchgeführten, regelmäßigen professionellen Zahnreinigung (Prophylaxe) durch eine ausgebildete Dentalhygienikerin. Darüber hinaus müssen die Implantate täglich am Zahnfleischrand gereinigt werden. Dazu benötigt man neben einer normalen Zahnbürste auch spezielle Bürstchen für die Zwischenräume und eventuell Schaumstoffbänder (Special-floss).